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April 2019

Weltweit erstes großindustrielles Power-to-Gas Projekt in Brunsbüttel geplant

ARGE Netz, MAN Energy Solutions und Vattenfall wollen im Industriepark Brunsbüttel mit „HySynGas“ das weltweit erste industrielle Großprojekt zur Herstellung synthetischer Gase aufbauen. Die Anlage wird mit regionalem Strom aus erneuerbaren Energien grünen Wasserstoff und synthetisches Gas herstellen, um damit zum Beispiel Busse, Lkw und Schiffe anzutreiben sowie beim Einsatz in Gaskraftwerken und in der Industrie klimaschädliche CO2-Emissionen zu verringern. Ziel dieser einzigartigen Power-to-Gas-Hub für sektorenübergreifende Dekarbonisierung in Norddeutschland zu etablieren. Hierzu bewerben sich die Partner auf ein Reallabor des Bundeswirtschaftsministeriums.

Die Entscheidung der Projektpartner fiel ganz bewusst für den Industriepark Brunsbüttel, denn Erneuerbare Energien sind schon heute in der Region in großen Mengen verfügbar. Ziel ist es deshalb auch, die P2G-Anlage systemdienlich zu fahren. Dabei gilt es, den Nutzungsgrad erneuerbarer Energien zu erhöhen sowie den Ausstoß von CO2 durch die Nutzung regenerativ erzeugter Gase zu verringern .Das Projekt ist ein zentraler Baustein für eine ganzheitliche Energiewende und soll die Basis für den Power-to-Gas Hub in Norddeutschland legen.

Das Konsortium kann auf namhafte Abnehmer der erzeugten Gase verweisen, u.a. die Volkswagen Konzernlogistik, diverse Stadtwerke und auch Industriebtriebe vor Ort. Während der Wasserstoff in der Region genutzt werden soll, soll das SNG in das deutsche Erdgasnetz einspeisen und somit bilanziell in ganz Deutschland zur Verfügung stehen. Mit einem möglichen künftigen LNG-Terminal in Brunsbüttel ergibt sich perspektivisch die Möglichkeit, das angelandete Erdgas klimaschonend zu veredeln, also mit grünem synthetischem Gas aus Schleswig-Holstein zu vermengen und so einen Beitrag zur Dekarbonsierung des Erdgassystems zu leisten.

„Die Technik ist einsatzreif, und die Unternehmen wollen in die grüne Energiezukunft investieren“, unterstreicht Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation GmbH.  „Die aktuellen gesetzgeberischen Rahmenbedingungen erlauben derzeit jedoch keinen wirtschaftlichen Betrieb. Die Projektpartner ARGE Netz, MAN Energy Solutions und Vattenfall bewerben sich daher auf ein Reallabor des Bundeswirtschaftsministeriums. Bereits im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD wurde die Notwendigkeit von Rahmenbedingungen betont, um Wasserstoff auf Basis Erneuerbarer für die Herstellung von Kraftstoffen im Bereich Mobilität nutzbar zu machen. Das Reallabor muss nun die Möglichkeit schaffen, grüne Gase wirtschaftlich vor Ort und deutschlandweit ohne Belastungen auf dem Strompreis nutzen zu dürfen. Zugleich wollen wir uns dafür einsetzen, die Anrechenbarkeit von grünem Wasserstoff bzw. Innovationspartnerschaft ist es, einen grünem SNG im Transportsektor zu ermöglichen.“

Weitere Infos unter www.hysyngas.de

Renate Klingenberg

Renate Klingenberg

Die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende braucht Engagement und innovative Lösungen. Das ChemCoast-Netzwerk setzt auf die vorhandenen Stärken der Region, um mit dem Projekt Windwasserstoff seinen Beitrag zu leisten.

Renate Klingenberg Geschäftsführerin ChemCoast e. V.