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Februar 2017

Großrevision bei BP Lingen

Raffinerie investiert in die Zukunft

Lingen, Februar 2017 - Die Raffinerie BP Lingen steht kurz vor einer mehrwöchigen Großrevision von etwa Mitte April bis Anfang Juni 2017. In diesem Zeitraum werden alle Anlagen für erforderliche TÜV-Überprüfungen und -Abnahmen abgestellt. Die Vorbereitungen zur Revision haben bereits vor vier Jahren begonnen. Insgesamt stehen mehr als eine Million Arbeitsstunden an, in denen unter anderem die Inspektion und Wartung von 102 Kolonnen und Reaktoren, 110 Luftkühlern, 34 Öfen und 517 Wärmetauschern durchgeführt werden. Wartungsarbeiten wie diese sind vom TÜV vorgegeben und müssen vorschriftsgemäß in festgelegten Abständen erfolgen.

Sind die Anlagen zu diesem Zweck einmal runtergefahren, können in einzelnen Bereichen auch Veränderungen und Umbauten realisiert werden, die vor allem der Sicherheit, der Energieeinsparung sowie der Wirtschaftlichkeit dienen. Eine neue, 45 Meter hohe Kolonne für die Rohöldestillation der Raffinerie ist bereits geliefert. Ihre Anlieferung sowie der Umschlag im Raffinerie-Hafen war minutiös geplant und verlief laut Geschäftsführer Peter Brömse reibungslos: „Zwei Kräne standen bereit, um die rund 250 Tonnen schwere Kolonne vom Schiff auf selbstangetriebene hydraulische Plattformen umzuladen. Auf fest präparierten Wegen erfolgte der Transport zum sogenannten Vormontageplatz im Werk, wo die Kolonne nun für den Einbau im Stillstand weiter vorbereitet wird.“ Die Kosten des Stillstandes, so Brömse weiter, belaufen sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag und seien für die Raffinerie eine Investition in die Zukunft: „Der Stillstand heißt für uns Fortschritt. Er leistet einen wichtigen Beitrag, um die Betriebssicherheit unserer Raffinerie weiter zu verbessern und zugleich die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zu stärken.“

Die hohen Sicherheitsstandards zu garantieren und die Vielzahl der Arbeiten reibungslos, termin- und budgetgerecht abzuwickeln, hat oberste Priorität. Um die anstehenden 250.000 Einzelaktivitäten erfolgreich umzusetzen, benötigt die Raffinerie die Unterstützung zahlreicher Fachkräfte von Fremdfirmen: 3.800 externe Mitarbeiter werden in der Spitze auf dem Gelände erwartet. Die logistischen Vorbereitungen, die einen störungsfreien Revisionsablauf ermöglichen sollen, sind entsprechend groß: rund 200 Bürocontainer, 40 Dusch- und 65 WC-Container, 4 Umkleidezelte mit insgesamt 2.000 Doppeltspinden und ein Mensazelt mit rund 1.000 Sitzgelegenheiten werden auf dem ausgelagerten Fremdfirmengelände untergebracht. Anforderungen dieser Art sind bereits aus vergangenen Revisionen bekannt, so dass die Raffinerie gut vorbereitet sei.

Die Großrevision ist nicht nur für die Raffinerie ein wichtiges Ereignis, sondern auch für die unmittelbare Umgebung. Vor allem Nachbarn, speziell die Anwohner in Holthausen-Biene, werden um Verständnis gebeten, falls es zu  Geruchs- oder Lärmemissionen kommen sollte: „Zwar sind unsere Raffinerie-Mitarbeiter hochmotiviert, etwaige Beeinträchtigungen der Nachbarschaft zu vermeiden, dies ist jedoch nicht immer zu 100 Prozent möglich“, erklärt Dirk Schefer, Bereichsleiter Technische Instandhaltung. Gerade in der sogenannten Ab- und Anfahrzeit der Anlagen, sprich vor und nach dem mehrwöchigen Revisionszeitraum, sei mit erhöhter Fackeltätigkeit zu rechnen.

Während der Revisionszeit sind keine Straßensperrungen geplant. Mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen in den Morgen- und Abendstunden muss laut Schefer dennoch gerechnet werden. Der Hochbetrieb in der Region kommt auch der Wirtschaft zu Gute: In den Monaten April und Mai wird zusätzliche Kaufkraft nach Lingen fließen, von der in erste Linie die Gastronomie und Hotellerie, aber auch der Einzelhandel profitieren.

Video: Großabstellung bei BP Lingen im Frühjahr 2017

Aktuell wird die neue Kolonne für den Stillstand vorbereitet und u. a. mit rund 30 Bühnen ausgestattet, um darauf später arbeiten zu können

Foto: BP - Aktuell wird die neue Kolonne für den Stillstand vorbereitet und u. a. mit rund 30
Bühnen ausgestattet, um darauf später arbeiten zu können.

Renate Klingenberg

Renate Klingenberg

Die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende braucht Engagement und innovative Lösungen. Das ChemCoast-Netzwerk setzt auf die vorhandenen Stärken der Region, um mit dem Projekt Windwasserstoff seinen Beitrag zu leisten.

Renate Klingenberg Geschäftsführerin ChemCoast e. V.