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Februar 2018

Abfallwirtschaft Heidekreis plant innovatives Projekt zur Kaskadennutzung im Rahmen einer Bioabfallvergärung am Standort Bomlitz

Die Abfallwirtschaft Heidekreis plant am Standort Bomlitz eine Trockenfermentationsanlage zur Vergärung von Bioabafällen. Das Vorhaben, welches nordöstlich der vorhandenen Kompostanlage errichtet werden soll, wird am 21. Februar im Bauausschuss der Gemeinde Bomlitz vorgestellt. Geplant ist im Zuge einer nachhaltigen Kaskadennutzung die energetische und stoffliche Verwertung von ca. 25.000 t Bioabfällen (braune Tonne bzw. Gartentonne) aus dem Heidekreis und benachbarten Regionen. Vorgesehen ist die Erzeugung von Biomethan, entweder zur Aufbereitung zu Bioerdgas mit anschließender Einspeisung in das vorhandene Gasnetz oder zur Nutzung als Rohgas für weitere Zwecke wie Verstromung, Substrat-Trocknung oder eventuell auch eine alternative Kraftstoffproduktion. Als weiteres Element wird eine innovative stoffliche Verwertung der Gärreste angestrebt, wobei statt einer Kompostierung vor allem Verfahren zur Erzeugung von Biokohle als hochwertiger Dünger im Fokus der Überlegungen stehen.

Welche Fermentationstypen und welche Gärrest-Verwertungsverfahren genau zur Anwendung kommen sollen - denkbar sind zum Beispiel die hydrothermale Karbonisierung (HTC) oder die Pyrolyse - wird bis Ende 2018 im Wege eines mehrstufigen EU-weiten Teilnahmewettbewerbes ermittelt werden. Für 2019 ist die konkrete Planung, für 2020 die Genehmigungsphase und für 2021 der Bau geplant, so dass die Anlage Anfang 2022 in Betrieb gehen könnte. Der Verwaltungsrat der Abfallwirtschaft Heidekreis hat Ende Januar den Weg für diese Überlegungen freigemacht, so dass nun ein Antrag zur Begleitung des Vorhabens bei der Gemeinde Bomlitz vorliegt.

Das Projekt fügt sich ein die Entwicklungsperspektive für einen Energie- und Umweltpark am Standort Bomlitz, welche gemeinsam mit der Gemeinde Bomlitz von der regionalen Wirtschaftsförderung Deltaland und dem im Heidekreis ansässigen Büro von 3N (Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe e.V.) erarbeitet worden ist. „Wir sehen das Grüngas-Projekt der Abfallwirtschaft als einen ersten Baustein für weitere innovative Entwicklungen“, so Bürgermeister Michael Lebid. „Deshalb empfehlen wir dem Bauausschuss und dem Rat, per Aufstellungsbeschluss jetzt in die notwendige Bauleitplanung einzusteigen.“
„Das Vorhaben, welches vor dem Hintergrund sich wandelnder gesetzlicher  Rahmenbedingungen auch einen Beitrag zur Stabilität der Abfallgebühren für die Bürgerinnen und Bürger leisten wird, hat Modellcharakter und soll weitere gewerbliche Entwicklungen vor allem in den Bereichen der Energie- und Umweltwirtschaft nach sich ziehen“, erläutern Rainer Jäger als Vorstand der Abfallwirtschaft Heidekreis und Wirtschaftsförderer Michael Krohn.

Das Projekt ist eingebunden in das EU-geförderte Interreg-Projekt BIOCAS, an dem der Landkreis Heidekreis und 3N beteiligt sind. Hieraus – wie auch aus dem LEADER-Programm für die Vogelpark Region – konnten bereits Fördermittel für vorbereitende fachliche Untersuchungen eingeworben werden.

Pressemitteilung

Renate Klingenberg

Renate Klingenberg

Die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende braucht Engagement und innovative Lösungen. Das ChemCoast-Netzwerk setzt auf die vorhandenen Stärken der Region, um mit dem Projekt Windwasserstoff seinen Beitrag zu leisten.

Renate Klingenberg Geschäftsführerin ChemCoast e. V.